Bildrechte: BPD Immobilienentwicklung GmbH
Alexander Heinzmann leitet als CEO BPD Deutschland die Entwicklung von Wohnprojekten mit Fokus auf bezahlbarem, nachhaltigem und lebenswertem Wohnraum. Unter seiner Führung entstehen bundesweit über 2.000 Wohnungen auf mehr als 140.000 m² Wohnfläche. Mit datenbasierten Zielgruppenanalysen und Marktexpertise gestaltet BPD Projekte, die langfristig Bestand haben. Heinzmann betont die gesellschaftliche Verantwortung von Projektentwicklern, die Balance zwischen Nachfrage, Förderinstrumenten und innovativer Planung zu schaffen.
Herr Heinzmann, wo sehen Sie aktuell die Herausforderungen im Wohnungsbau und wie reagiert BPD darauf?
Die größte Herausforderung ist die Bezahlbarkeit von Wohnraum. Es geht um ein Thema von enormer gesellschaftlicher Relevanz: Menschen brauchen ein Zuhause – bezahlbar, nachhaltig, lebenswert. Wir möchten Vorreiter sein in der Entwicklung von nachhaltigem und bezahlbarem Wohnraum. Gerade in angespannten Märkten müssen wir bedarfsgerecht bauen und sehen es als unsere Aufgabe, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten leistbare Angebote zu schaffen. Dies tun wir, indem wir beispielsweise Grundrisse optimieren oder Wohnbauvorhaben so gestalten, dass sie förderfähig sind.
Gleichzeitig geben wir allen Partnern und Kunden in unseren Bauvorhaben Sicherheit. Denn als Unternehmen der niederländischen Rabobank verfügen wir über die notwendige finanzielle Stabilität, um Bauvorhaben verlässlich umzusetzen. Baustopps gibt es bei uns nicht. Was wir bauen, führen wir zu Ende. Es gibt nur wenige, die das von sich behaupten können. Dies schafft Kontinuität in einem Markt, der aktuell von Unsicherheit geprägt ist sowie Vertrauen für Partner, Kommunen und Erwerber gleichermaßen. Wir bei BPD sind uns der Verantwortung bewusst, die wir als Projekt- und Gebietsentwickler tragen.
Die Fertigstellungen im Wohnungsbau gehen seit Jahren zurück. Was stimmt Sie optimistisch für eine Trendumkehr? Sehen Sie bei BPD bereits erste Signale?
Der Bedarf an Wohnungen ist weiterhin hoch. Das zeigt sich auch in unserer Wohnwetterkarte 2025. Ähnlich einer Wetterkarte stellt sie Wohnungsmarkttrends und deren Veränderungen anhand einer Farbskala dar. Dabei wird deutlich, dass Flächen vor allem in den nachfragestarken Städten, und perspektivisch auch wieder in deren Umland, benötigt werden.

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Die Herausforderungen bleiben groß. Von Baukosten über Zinsen bis hin zum Fachkräftemangel. Aber wir sehen erste Lichtblicke. Wenn Politik, Branche und Gesellschaft gemeinsam an einem Strang ziehen, bin ich überzeugt: Der Wohnungsbau in Deutschland wird wieder Fahrt aufnehmen. Und BPD wird dabei eine aktive Rolle spielen.
Voraussetzung für eine Trendumkehr sind verlässliche Förderinstrumente und flexiblere politische Rahmenbedingungen. Hinderlich sind derzeit starre Vorgaben, beispielsweise Stellplatzsatzungen, die Baukosten zusätzlich in die Höhe treiben. Auch die langen Genehmigungsprozesse, verstärkt durch föderale Unterschiede und knappe personelle Ressourcen in den Bauämtern, bremsen den Wohnungsbau weiter aus.
Positiv stimmt uns, dass die Digitalisierung zunehmend Einzug in die Verwaltungsprozesse hält. Erste Pilotprojekte zeigen, dass hier Potenzial für spürbare Verbesserungen liegt und sich Verfahren dadurch deutlich beschleunigen lassen.
BPD Deutschland auf einen Blick
Stand: Januar 2026

rund 16.000 Wohnungen in der Entwicklung

über 2.000 Wohneinheiten aktuell im Bau

Teil der niederländischen Rabobank
Sie sind bundesweit mit mehreren Regionen und verschiedenen Projekten aktiv. Worauf achten Erwerber gerade schwerpunktmäßig? Wie fließt das in die Entwicklung Ihrer Projekte ein?
Unsere Erfahrung zeigt: Erwerber achten stark auf Lage, Grundrissqualität und Energieeffizienz. Zugleich wächst die Nachfrage nach kleineren, bezahlbaren Wohnungen ebenso wie nach seniorengerechtem Wohnraum. Wer baut, muss im Vorfeld wissen, für wen er baut. Daher fließen in unsere Entwicklungen Analysen unserer eigenen Marktforschung mit ein: Zielgruppenprognosen („Kaleidoskop“) auf Basis von Big Data, Wohnpräferenzen und langjährige Marktexpertise zeichnen ein klares Bild der Quartiere von morgen.
Wir überprüfen daher regelmäßig unsere Projekte und passen sie, sofern notwendig, an den tatsächlichen Bedarf und die aktuellen Marktgegebenheiten an.
Bundesweit verfügen wir über ein Potenzial von rund 16.000 Wohnungen, das wir entwickeln. Aktuell befinden sich über 2.000 Einheiten mit mehr als 140.000 m² Wohnfläche im Bau.
Was reizt Sie persönlich an der Aufgabe bei BPD und an der Immobilienwirtschaft im Allgemeinen besonders und warum haben Sie sich für diesen Karriereschritt entschieden?
Wohnen bedeutet für mich weit mehr als ein Dach über dem Kopf. Es geht um Lebensqualität, Gemeinschaft und Perspektiven für die Zukunft und den wichtigsten Ort der Welt: das Zuhause. Die Immobilienwirtschaft, und insbesondere BPD, bietet die Möglichkeit, diese Werte konkret zu gestalten. Dabei kommen unsere lokalen Marktkenntnisse, die länderübergreifende Erfahrung sowie unsere langjährige Expertise im Wohnungsbau voll zum Tragen. Ergänzt durch eine Datengrundlage, die uns beispielsweise unsere Wohnzielgruppenprognose „Kaleidoskop“ auf Basis von Big Data liefert, können wir noch fundiertere Entscheidungen treffen. Diese Kombination aus Fachwissen und datenbasierten Erkenntnissen finde ich besonders spannend.
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Gleichzeitig motiviert mich die Vorstellung, „zu bauen, was bleibt“, denn wir entwickeln Projekte, die auch langfristig Bestand haben. Was für mich besonders zählt ist, dass wir zusammen mit einer starken Mannschaft Wohn- und Lebensräume schaffen, die Menschen dauerhaft Mehrwert bieten.
Mit Blick in die Zukunft: Wie sehen Sie perspektivisch die Entwicklung des Wohnungsmarktes? Was ist von den politischen Weichenstellungen wie dem von der neuen Bauministerin angestoßenen Bauturbo zu erwarten?
Die Schere zwischen Nachfrage und Angebot wird sich in den kommenden Jahren weiter öffnen. Rückläufige Baustarts führen zwangsläufig zu geringeren Fertigstellungszahlen, wodurch der Druck auf den Markt steigt. Umso wichtiger ist es, dass das Thema mit der neuen Bauministerin eine Fürsprecherin gefunden hat und Instrumente, wie den Bauturbo, ins Leben gerufen wurden. Jetzt hat die Regierung, den ersten Schritt getan. Der Bauturbo sollte nun in den Kommunen angewendet werden, damit er seine Wirkung entfalten kann.
Bezahlbarer Wohnraum bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur im Zusammenspiel von Bund, Ländern, Kommunen und Entwicklern gelöst werden kann. Ob die Maßnahmen tatsächlich wirken, hängt davon ab, ob alle Akteure bereit sind, neue Wege zu gehen. Wir sind bereit.
Vielen Dank für das Gespräch.











