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Bauzeitenplan-Software im Vergleich: Anbieter, Preise und Praxistauglichkeit

Bauzeitenplan-Software im Vergleich: sechs Anbieter, Preise und Funktionen für Bauherren, Planungsbüros und Großverwaltungen. Stand Juli 2026.

Immobilien Heute Redaktion 24 Min. Lesezeit
Screenshot der pro-Plan Bauzeitenplaner Produktseite von gripsware mit Gantt-Oberflaeche

Wer ein Bauprojekt terminsicher steuern will, kommt an einer belastbaren Terminplanung nicht vorbei – und genau hier setzt eine Bauzeitenplan-Software an. Doch der Markt ist unübersichtlich: Vom kostenlosen Einstieg bis zum Enterprise-System mit vierstelligen Einmalpreisen, vom schlanken Gantt-Tool bis zur kompletten Projektmanagement-Suite reicht das Angebot. Dieser Vergleich stellt sechs Lösungen gegenüber: pro-Plan von gripsware, Bauzeitenplan smart & easy von WEKA, Flexxter, SIDOUN Globe, Merlin Project und Microsoft Project als generisches Referenzsystem.

Bewertet werden die Kandidaten anhand von acht praxisrelevanten Kriterien: Gantt-Darstellung und Detailtiefe, Vorgangsverknüpfungen und kritischer Pfad, Ressourcen- und Gewerkeplanung, Soll-Ist-Vergleich, Terminverfolgung mit Nachunternehmern, Vorlagen für typische Bauabläufe, Export nach PDF und Excel sowie die Frage Desktop gegen Cloud. Die kurze Antwort vorweg: Es gibt nicht die eine beste Bauzeitenplan-Software – die passende Wahl hängt von Projektgröße, Teamstruktur und Budget ab; die detaillierte Einordnung folgt im Abschnitt zu den Zielgruppen. Alle Preisangaben beziehen sich auf den Stand Juli 2026; wo Anbieter keine öffentlichen Preise nennen, ist das ausdrücklich gekennzeichnet.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Private Bauherren und Selbstverwalter kommen bei überschaubaren Projekten häufig mit einer kostenlosen Vorlage oder einer Einsteigerlösung aus.
  • Kleine Verwaltungen und Planungsbüros fahren mit Werkzeugen wie WEKA Bauzeitenplan smart & easy oder Merlin Project Express gut und günstig.
  • Großverwaltungen und Projektentwickler benötigen Mehrprojektfähigkeit und Ressourcensteuerung – hier spielen pro-Plan, Flexxter und Microsoft Project ihre Stärken aus.
  • Die Preisspanne reicht von kostenlos (SIDOUN Globe4all, bis zu drei Lizenzen) über Abos ab rund 5 Euro pro Nutzer und Monat bis zum Einmalkauf von 1.659 Euro (Microsoft Project Professional 2024).
  • Excel scheitert in der Praxis vor allem an fehlenden Abhängigkeiten zwischen Gewerken und am Pflegeaufwand, sobald sich Termine im laufenden Projekt verschieben.

Was eine Bauzeitenplan-Software leisten muss

Bevor ein Anbietervergleich sinnvoll ist, lohnt die Klärung der Anforderungen. Eine Bauzeitenplan-Software bildet den zeitlichen Ablauf eines Bauprojekts ab – in der Regel als Gantt-Diagramm, also als Balkenplan, in dem jedes Gewerk als Balken über einer Zeitachse liegt. Professionelle Software unterscheidet sich vom schlichten Gantt-Bild durch die Logik dahinter: Vorgänge sind verknüpft, Verschiebungen lösen automatische Neuberechnungen aus, und der kritische Pfad – also die Kette derjenigen Vorgänge, die bei Verzögerung den Fertigstellungstermin gefährden – wird sichtbar.

Abzugrenzen ist der Bauzeitenplan vom Bauablaufplan: Der Bauzeitenplan bündelt die Termine auf Gewerkeebene und wird häufig bereits mit der Ausschreibung oder dem Vertrag verknüpft. Der Bauablaufplan geht tiefer, beschreibt den Arbeitsablauf auf Vorgangsebene und ist das Werkzeug des Bauleiters vor Ort. Viele Werkzeuge decken beide Ebenen ab, manche nur eine – ein Punkt, den Sie beim Vergleich prüfen sollten.

Acht Kriterien haben sich in der Praxis als entscheidend erwiesen:

  • Gantt-Darstellung und Detailtiefe: Wie fein lassen sich Vorgänge gliedern, und bleibt der Plan bei 20 wie bei 500 Vorgängen lesbar?
  • Vorgangsverknüpfungen und kritischer Pfad: Erkennt das System Abhängigkeiten, verschiebt Folgegewerke automatisch und hebt den kritischen Pfad hervor?
  • Ressourcen- und Gewerkeplanung: Lassen sich Firmen, Personen oder Maschinen den Vorgängen zuordnen und Auslastungen prüfen?
  • Soll-Ist-Vergleich: Lässt sich der aktuelle Baufortschritt mit der Planung abgleichen, und werden Abweichungen sichtbar?
  • Terminverfolgung mit Nachunternehmern: Bekommen beteiligte Firmen Zugang oder zumindest automatische Benachrichtigungen bei Terminänderungen?
  • Vorlagen: Gibt es vorgefertigte Abläufe für typische Projekte, etwa Einfamilienhaus, Dachsanierung oder Fassadenmodernisierung?
  • Export: Lässt sich der Plan als PDF für die Baubesprechung und als Excel- oder MS-Project-Datei für Partner ausgeben?
  • Desktop oder Cloud: Desktop-Programme laufen lokal und unabhängig vom Internet, Cloud-Lösungen ermöglichen Teamarbeit und Zugriff von der Baustelle.

Nicht jedes Projekt braucht alle acht Punkte in voller Tiefe. Für den privaten Neubau reicht oft ein klarer Gewerkplan; bei einem Sanierungsprogramm mit 40 Wohnungen und sechs parallel laufenden Gewerken werden Verknüpfungen, Soll-Ist-Vergleich und Ressourcensicht zur Pflicht.

Die Anbieter im Vergleich: sechs Lösungen im Überblick

Die sechs Kandidaten decken unterschiedliche Welten ab. pro-Plan von gripsware ist ein spezialisierter Bauzeitenplaner aus dem deutschen Handwerks- und Bauumfeld. WEKA Bauzeitenplan smart & easy richtet sich an Bauleiter und Planungsbüros, die ohne Schulungsaufwand starten wollen. Flexxter positioniert sich als cloudbasierte Baumanagement-Plattform mit dem Bauzeitenplan als zentralem Modul. SIDOUN Globe ist dem Hersteller zufolge primär eine AVA-Software für Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung – und wird hier der Vollständigkeit halber eingeordnet, weil die Lösung in Verwaltungen weit verbreitet ist. Merlin Project bringt Mac- und iPad-basiertes Projektmanagement mit, Microsoft Project schließlich gilt als generischer Maßstab, an dem sich Speziallösungen messen lassen müssen. Einen Blick über den deutschsprachigen Markt hinaus liefert der internationale Vergleich von Software-Tools für Bauzeitpläne im ONES-Blog.

pro-Plan (gripsware)

pro-Plan der Münchner gripsware GmbH ist eine der etablierten Speziallösungen für die Bauzeitenplanung im deutschsprachigen Raum. Das Kernstück ist ein Gantt-Diagramm, das sowohl Vorwärts- als auch Rückwärtsplanung unterstützt – Sie können also vom Fertigstellungstermin aus rückwärts rechnen und sehen, wann spätestens mit welchem Gewerk begonnen werden muss. Vorgänge lassen sich verknüpfen, und im Soll-Ist-Vergleich markiert das System Abweichungen entlang des kritischen Weges.

Modular ergänzt wird pro-Plan durch Komponenten wie pro-Ressource für die Ressourcen- und pro-Conto für die Kostenkontrolle; eine Schnittstelle zu Microsoft Project erleichtert den Datenaustausch mit externen Planern. Ergänzend deckt der Hersteller mit weiteren Modulen Bautagebuch und Mängelmanagement ab, was die Lösung für Bauleiter interessant macht, die Terminplanung und Dokumentation in einer Oberfläche führen wollen.

Technisch ist pro-Plan eine Desktop-Lösung und nicht als reine Cloud-Software erhältlich; für den mobilen Einsatz bietet der Hersteller eigene Apps für Dokumentationsaufgaben. Beim Preis setzt gripsware auf ein Abo-Modell: pro-Plan Flex Premium startet laut Herstellerseite bei 49 Euro pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, zuzüglich Mehrwertsteuer (Stand Juli 2026). Eine vierwöchige kostenlose Testphase erlaubt den Praxischeck vor der Entscheidung.

Bauzeitenplan smart & easy (WEKA)

Der Fachverlag WEKA, im Bau- und Immobilienumfeld vor allem für Fachliteratur und Praxishilfen bekannt, vertreibt mit Bauzeitenplan smart & easy eine Desktop-Lösung, die bewusst auf Einfachheit setzt. Kern ist ein intelligenter Terminkalender, der Trocknungszeiten und Feiertage automatisch berücksichtigt – ein Detail, das in der Praxis erheblich Zeit spart, weil etwa Estrich-Trocknungsfenster nicht manuell nachgerechnet werden müssen. Balken werden per Drag-and-drop verknüpft, Gewerke lassen sich einmalig individuell anlegen und bei Bedarf mit Handwerkerdaten hinterlegen.

Bei Terminverschiebungen benachrichtigt das System die Betroffenen automatisch, und der fertige Plan lässt sich als PDF exportieren – für Baubesprechungen und den Aushang auf der Baustelle die Standardanforderung. Ein optionales Modul zur Ressourcenplanung erweitert die Basisversion. Vertrieben wird die Software als Download-Version über den WEKA-Shop; der Jahrespreis liegt bei 659 Euro netto beziehungsweise 784,21 Euro brutto inklusive zwölf Monate Service; ab zwei Lizenzen greifen Staffelpreise (Stand shop.weka.de, Juli 2026). Eine 14-tägige kostenlose Testversion steht bereit. Konditionen und Module listet der WEKA-Shop zu Bauzeitenplan smart & easy.

Flexxter

Flexxter geht den entgegengesetzten Weg: Die Plattform ist vollständig cloudbasiert und versteht den Bauzeitenplan als Mittelpunkt, um den sich weitere Funktionen des Baumanagements gruppieren. Der Plan selbst erlaubt unbegrenzt viele Projekte und Gewerke, Abhängigkeiten werden über Nachfolger-Definitionen abgebildet, und Daten lassen sich per GAEB- oder MS-Project-Import übernehmen. Damit eignet sich Flexxter besonders für Teams, in denen Planer, Bauleiter und Nachunternehmer gemeinsam am selben Terminstand arbeiten sollen – kostenfreie Zugänge für Mitarbeiter und Fremdfirmen sind ausdrücklich Teil des Konzepts.

Für die Terminverfolgung mit Nachunternehmern ist das ein praktischer Vorteil: Beteiligte sehen Änderungen unmittelbar, statt auf die nächste PDF-Version zu warten. Der Einstiegspreis für das Basis-Paket liegt nach Angaben des Vergleichsportals OMR Reviews bei 49,90 Euro pro Monat (Stand November 2025); einzelne Add-ons starten ab 2,90 Euro pro Lizenz, größere Bundles reichen bis 119,95 Euro pro Lizenz und Monat. Eine 14-tägige kostenlose Testphase senkt die Einstiegshürde.

Flexxter-Bauzeitenplanansicht mit Gantt-Diagramm auf der offiziellen Funktionsseite

SIDOUN Globe

SIDOUN Globe braucht an dieser Stelle eine ehrliche Einordnung: Nach eigener Herstellerdarstellung ist Globe primär eine AVA-Software – also ein Werkzeug für Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung – mit vollständiger Excel- und Word-Integration sowie GAEB-Schnittstelle. Ein dediziertes Gantt-Modul für die Bauzeitenplanung, wie es die übrigen fünf Kandidaten bieten, steht nicht im Zentrum des Systems. Wer also gezielt eine Bauzeitenplan-Software mit Balkenplan, kritischem Pfad und Soll-Ist-Vergleich sucht, ist bei den Spezialwerkzeugen besser aufgehoben.

Relevant wird SIDOUN Globe dennoch, wenn die Terminplanung im Verbund mit der AVA betrachtet wird: In Verwaltungen, die Ausschreibung und Abrechnung bereits mit Globe abbilden, kann es sinnvoll sein, terminliche Eckdaten im selben Systemkontext zu halten, statt eine weitere Insellösung einzuführen. Preislich ist der Einstieg ungewöhnlich niedrig: Die Variante Globe4all ist laut Hersteller bis zu drei Lizenzen kostenlos nutzbar – ein bewusster strategischer Schritt, um die Verbreitung zu erhöhen. Für die kostenpflichtige Vollversion nennt SIDOUN keine öffentlichen Preise; hier gilt: Preis auf Anfrage. Die Ausrichtung der Lösung beschreibt die Herstellerseite zu SIDOUN Globe.

Merlin Project

Merlin Project des deutschen Herstellers ProjectWizards ist die Option für das Apple-Lager: Die Software läuft auf Mac und iPad, eine Windows-Version existiert nicht. Funktional deckt Merlin Project das klassische Projektmanagement-Repertoire ab – Gantt-Diagramm mit automatischer Terminneuberechnung bei Verschiebungen, Abhängigkeiten, Meilensteine, Ressourcen- und Kostenplanung. Für Bauprojekte fehlen branchenspezifische Vorlagen wie bei den Speziallösungen; dafür ist das Werkzeug flexibel genug, um Sanierungspläne, Gewerkefolgen und Meilensteinübersichten abzubilden.

Die Preisstruktur ist transparent: Merlin Project für den Mac kostet 19,99 Euro pro Monat oder 199,99 Euro im Jahr. Die abgespeckte Variante Merlin Project Express – ohne Team-Funktionen, gedacht für Einzelnutzer und kleinere Vorhaben – liegt bei 4,99 Euro pro Monat beziehungsweise 49,99 Euro pro Jahr. Je nach Variante stehen 14 bis 30 Tage Testphase zur Verfügung (projectwizards.net, Stand Juli 2026). Für private Bauherren mit Apple-Geräten ist Express damit eine der günstigsten ernstzunehmenden Alternativen zur Excel-Planung. Alle Konditionen listet die Preisübersicht von ProjectWizards.

Microsoft Project als Referenzsystem

Microsoft Project ist das umfangreichste und zugleich komplexeste System in diesem Vergleich – und als generisches Referenzsystem zu verstehen, nicht als Bauspezialsoftware. Die aktuelle Produktlinie setzt sich aus mehreren Plänen zusammen, deren Unterschiede im Detail liegen: Das kostenlose Planner Basic – in Microsoft-365-Abonnements enthalten, ohne Aufpreis – bietet kein Gantt-Diagramm und scheidet damit für klassische Bauzeitenpläne aus. Planner Plan 1 ab 8,70 Euro pro Nutzer und Monat bringt dagegen die Zeitachsenansicht (Gantt) mit Abhängigkeiten und kritischem Pfad mit; für Ressourcenmanagement, Portfolio-Management und die Desktop-App ist der Plan „Planner & Project Plan 3“ ab 26,00 Euro pro Nutzer und Monat erforderlich. Plan 5 für 47,70 Euro pro Nutzer und Monat richtet sich an Organisationen mit vielen parallelen Projekten.

Wer Abos vermeiden will, findet im Einmalkauf Project Standard 2024 für 929 Euro und Project Professional 2024 für 1.659 Euro (Microsoft-Listenpreise, Stand Juli 2026). Die Leistungsfähigkeit ist unbestritten: Verknüpfungen, kritische Pfade, Ressourcen- und Mehrprojektsteuerung sind State of the Art. Der Preis dafür ist die Einarbeitung – ohne Schulung oder erfahrene Anwender bleibt viel Potenzial ungenutzt, und bauspezifische Vorlagen oder eine Nachunternehmer-Kommunikation müssen selbst erstellt oder ergänzt werden. Die aktuellen Pläne stellt die Microsoft-Projektübersicht gegenüber.

Vergleichstabelle: Funktionen im Überblick

Die folgende Gegenüberstellung verdichtet die acht Vergleichskriterien auf einen Blick. Sie ersetzt nicht die Testphase, hilft aber bei der Vorauswahl der Kandidaten.

Kriteriumpro-PlanWEKA smart & easyFlexxterSIDOUN GlobeMerlin ProjectMS Project
Gantt-Darstellung / DetailtiefeJa, hochJa, mittelJa, hochNein (AVA-Fokus)Ja, hochJa, sehr hoch
Verknüpfungen / kritischer PfadJaJa (Drag-and-drop)Ja (Nachfolger)NeinJaJa (ab Plan 1)
Ressourcen- / GewerkeplanungJa (Modul pro-Ressource)Optional (Zusatzmodul)JaTeilweise (AVA-Kontext)JaJa
Soll-Ist-VergleichJa, mit kritischem WegBegrenztJaNeinJaJa
Terminverfolgung mit NachunternehmernÜber Module/DokumentationAutomatische BenachrichtigungJa, kostenfreie ZugängeNeinBegrenzt (Team-Funktionen)Ja (Cloud-Pläne)
Vorlagen für BauabläufeJa, bauspezifischJa, bauspezifischTeilweiseNeinNein (generisch)Nein (generisch)
Export PDF / ExcelJa / MS-Project-SchnittstellePDF-ExportJa / GAEB- und MS-Project-ImportExcel-/Word-IntegrationJaJa
Desktop oder CloudDesktopDesktop (Download)CloudDesktop/ServerDesktop (Mac, iPad)Beides möglich

Abzulesen ist die Grundverteilung: Die Bauspezialisten pro-Plan, WEKA und Flexxter liefern Vorlagen und branchentypische Abläufe mit, die Generalisten Merlin Project und Microsoft Project punkten bei Tiefe und Flexibilität, und SIDOUN Globe spielt seine Stärken außerhalb der reinen Terminplanung aus.

Infografik: Vergleichstabelle: Funktionen im Überblick Kriterium: Gantt-Darstellung / Detailtiefe | pro-Plan: Ja, hoch | WEKA smart...

Preismodelle im Vergleich (Stand Juli 2026)

Bei den Kosten trennt sich die Spreu vom Weizen – und die Modelle unterscheiden sich stärker als die Funktionslisten. Drei Muster dominieren: der Einmalkauf, das Abo pro Nutzer und Monat sowie Staffelpreise für Mehrplatzumgebungen. Alle folgenden Angaben stammen von den Herstellerseiten beziehungsweise den genannten Quellen und gelten für Juli 2026; Anbieter passen Preise laufend an, eine verbindliche Auskunft erteilt nur das jeweilige Angebot. Ergänzende Informationen zu Auswahl, Kosten und Tests von Baumanagement-Software liefert ein weiterer Marktüberblick.

AnbieterModellPreis (Stand Juli 2026)Testversion
pro-Plan (gripsware)Abo, jährliche AbrechnungFlex Premium ab 49 Euro pro Nutzer/Monat zzgl. MwSt.4 Wochen kostenlos
WEKA Bauzeitenplan smart & easyJahreslizenz, Staffelpreise ab 2 Lizenzen659 Euro netto / 784,21 Euro brutto pro Jahr inkl. 12 Monate Service14 Tage kostenlos
FlexxterAbo, Add-ons und BundlesBasis ab 49,90 Euro/Monat (OMR Reviews, Stand Nov. 2025); Add-ons ab 2,90 Euro/Lizenz, Bundles bis 119,95 Euro/Lizenz/Monat14 Tage kostenlos
SIDOUN GlobeFreemium / auf AnfrageGlobe4all kostenlos bis zu 3 Lizenzen; Vollversion: Preis auf AnfrageKostenlose Version als Einstieg
Merlin ProjectAbo (Monat oder Jahr)Mac: 19,99 Euro/Monat oder 199,99 Euro/Jahr; Express: 4,99 Euro/Monat oder 49,99 Euro/Jahr14 bis 30 Tage je nach Variante
Microsoft ProjectAbo oder EinmalkaufPlanner Plan 1: 8,70 Euro (mit Zeitachsenansicht/Gantt), Plan 3: 26,00 Euro (inkl. Desktop-App und Ressourcenmanagement), Plan 5: 47,70 Euro pro Nutzer/Monat; Einmalkauf: Standard 2024 929 Euro, Professional 2024 1.659 EuroTestoptionen über Microsoft 365

Zwei Hinweise zur Einordnung: Erstens ist der Flexxter-Einstiegspreis das älteste Datum in dieser Tabelle (November 2025) und sollte vor einer Entscheidung aktualisiert werden. Zweitens fehlt bei SIDOUN Globe jede öffentliche Preisangabe für die kostenpflichtige Version – die Kennzeichnung „auf Anfrage“ ist hier kein redaktioneller Lückenfüller, sondern die tatsächliche Preispolitik des Herstellers. Bei der Gesamtbetrachtung lohnt zudem der Blick auf die Nebenkosten: Ein günstiges Abo pro Nutzer summiert sich bei zehn Anwendern schnell auf mehrere tausend Euro pro Jahr, während der Einmalkauf von Microsoft Project Professional 2024 gegenüber dem Plan-5-Abo nach knapp drei Jahren die günstigere Option ist – allerdings ohne die Cloud-Kollaboration der Abo-Pläne.

Welche Bauzeitenplan-Software passt zu welcher Zielgruppe?

Eine pauschale Rangfolge verbietet sich, weil die drei typischen Anwendergruppen völlig unterschiedliche Anforderungen mitbringen. Die folgende Einordnung dient als Entscheidungshilfe, nicht als Kaufempfehlung.

Private Bauherren und Selbstverwalter: Für den einmaligen Hausbau oder die Sanierung einer Wohnung ist ein professionelles System überdimensioniert. Oft genügt eine kostenlose Vorlage oder eine Einsteigerlösung: SIDOUN Globe4all ist bis zu drei Lizenzen kostenlos, Merlin Project Express kostet im Apple-Umfeld weniger als 5 Euro pro Monat, und zahlreiche Excel- beziehungsweise PDF-Vorlagen decken den einfachen Gewerkfahrplan ab. Entscheidend ist, dass der Plan Abhängigkeiten zumindest sichtbar macht – sonst droht der klassische Fehler, dass eine verzögerte Rohbauphase nicht auf Estrich, Heizung und Innenausbau weitergereicht wird. Steht die Sanierung im Kontext eines Kaufs oder Verkaufs, hilft zudem eine Immobilienbewertungssoftware dabei, den Objektwert vorab fundiert einzuschätzen.

Kleine Verwaltung und Planungsbüro: Wer regelmäßig Projekte betreut, aber keine Projektsteuerungsabteilung unterhält, braucht Standardsoftware mit geringer Einarbeitungszeit. WEKA Bauzeitenplan smart & easy ist genau auf dieses Profil zugeschnitten: bauspezifische Vorlagen, automatische Kalenderlogik, überschaubarer Jahrespreis. Merlin Project eignet sich für Büros im Mac-Umfeld, Flexxter dann, wenn mehrere Beteiligte ortsunabhängig am selben Plan arbeiten sollen. Wer die Bauzeitenplanung in einen durchgängig digitalen Verwaltungsprozess einbetten will, findet im Vergleich der Hausverwaltung-Software passende Lösungen für den gesamten Verwaltungsalltag.

Großverwaltung und Projektentwickler: Bei Sanierungsprogrammen über viele Objekte hinweg zählt Mehrprojektfähigkeit: Ressourcen müssen über Projekte aggregiert, Verschiebungen in einem Projekt auf die Pipeline ausgewertet werden. Hier spielen pro-Plan mit seinen Erweiterungsmodulen, Flexxter mit der Cloud-Architektur und Microsoft Project mit Desktop-App und Portfolio-Management ab Plan 3 ihre Stärken aus. Die höheren Kosten relativieren sich gegenüber dem Risiko, in einem 20-Millionen-Euro-Programm den Überblick über kritische Pfade zu verlieren. Für die Phase nach Bauende – Wartung, Störungsmanagement und Modernisierung im laufenden Betrieb – lohnt ergänzend ein Blick auf die Instandhaltungssoftware im Marktführer-Vergleich.

Typische Fallstricke bei der Bauzeitenplanung

Die Wahl der Software löst nicht automatisch die Probleme der Terminplanung. Drei Fallstricke zeigen sich in der Praxis unabhängig vom eingesetzten Werkzeug immer wieder:

  • Excel scheitert an den Abhängigkeiten: Eine Tabellenkalkulation zeigt Termine, kennt aber keine Logik zwischen ihnen. Verschiebt sich der Rohbau um drei Wochen, muss jede Folgezeile von Hand angepasst werden – fehleranfällig und zeitraubend. Genau hier setzt der Automatismus jeder Bauzeitenplan-Software an: Verknüpfte Vorgänge wandern mit, der kritische Pfad wird neu berechnet.
  • Pflegeaufwand im laufenden Projekt: Der beste Plan veraltet, wenn er nicht gepflegt wird. Wer den Soll-Ist-Vergleich nur alle zwei Monate aktualisiert, steuert mit einem historischen Dokument. Sinnvoll ist ein fester Rhythmus – etwa die wöchentliche Aktualisierung im Anschluss an die Baubesprechung – und idealerweise ein Werkzeug, bei dem Bauleiter Rückmeldungen direkt von der Baustelle einpflegen können.
  • Terminplan ohne Vertragsbezug: Ein Bauzeitenplan, der nicht mit den Vertragsterminen und Vertragsstrafenregelungen verknüpft ist, bleibt im Streitfall wirkungslos. Nur wenn Fristen vertraglich vereinbart und der Plan als Grundlage dokumentiert sind, lassen sich Verzögerungen sauber zuordnen und Ansprüche ableiten. Die Software sollte deshalb Vertrags- und Planstände nachvollziehbar versionieren.

Wer diese drei Punkte vor der Softwareauswahl klärt, vermeidet die häufigste Fehlinvestition: ein leistungsfähiges System, das nach wenigen Wochen nicht mehr gepflegt wird, weil Prozesse und Verantwortlichkeiten fehlen.

Häufige Fragen zur Bauzeitenplan-Software

Was kostet eine Bauzeitenplan-Software?

Die Spanne reicht von kostenlos bis über 1.600 Euro. SIDOUN Globe4all ist bis zu drei Lizenzen kostenlos, Merlin Project Express startet bei 4,99 Euro pro Monat. Spezialisierte Baulösungen wie WEKA Bauzeitenplan smart & easy liegen bei rund 659 Euro netto pro Jahr, die Abo-Modelle von Flexxter oder pro-Plan bei etwa 49 bis 50 Euro pro Nutzer und Monat. Microsoft Project reicht von 8,70 Euro (Planner Plan 1 inklusive Zeitachsenansicht) bis 47,70 Euro pro Nutzer und Monat beziehungsweise 1.659 Euro im Einmalkauf (alle Angaben: Stand Juli 2026).

Reicht Excel für die Bauzeitenplanung aus?

Für einen einmaligen, statischen Gewerkfahrplan mit wenigen Positionen – ja. Sobald Abhängigkeiten zwischen Gewerken bestehen und sich Termine im Projektverlauf verschieben, nein: Excel verschiebt Folgevorgänge nicht automatisch, zeigt keinen kritischen Pfad und bietet keinen echten Soll-Ist-Vergleich. Der Pflegeaufwand wächst mit jeder Planänderung, und die Fehlerquote steigt entsprechend.

Welche Lösung eignet sich für kleine Projekte?

Für private Bauherren und kleine Sanierungen reichen kostenlose Vorlagen, SIDOUN Globe4all (bis zu drei Lizenzen kostenlos) oder Merlin Project Express für 4,99 Euro pro Monat im Apple-Umfeld. Kleine Planungsbüros mit wiederkehrenden Projekten greifen besser zu einer Standardsoftware mit Bauvorlagen wie WEKA Bauzeitenplan smart & easy, weil die vorgefertigten Abläufe und die automatische Kalenderlogik die Einarbeitung deutlich verkürzen.

Fazit: Projektgröße, Budget und Team entscheiden

Die Frage nach der besten Bauzeitenplan-Software beantwortet sich nicht über die längste Funktionsliste, sondern über den konkreten Einsatzfall. Drei Fragen führen zur passenden Kategorie: Wie groß und wie zahlreich sind die Projekte – Einzelvorhaben oder Mehrprojektumfeld? Wie viele Personen müssen am Plan mitarbeiten – ein Planer oder ein verteiltes Team inklusive Nachunternehmer? Und welches Budget steht dauerhaft zur Verfügung – Einmalkauf, überschaubares Abo oder kostenlose Vorlage?

Wer diese Punkte für sich beantwortet hat, sollte die Testphasen nutzen, die nahezu alle Anbieter einräumen, und den eigenen realen Ablauf – vom ersten Gewerk bis zum Soll-Ist-Vergleich – einmal durchspielen. Erst im eigenen Projekt zeigt sich, ob die gewählte Lösung die Terminplanung tatsächlich entlastet.

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