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Matera Hausverwaltung: Erfahrungen, Leistungen und Kosten im Check

Matera Hausverwaltung Erfahrungen im Check: die drei Verwaltungsmodelle, Leistungen und Preise Stand Juli 2026 sowie Kundenstimmen, Kritikpunkte und Zielgruppen-Einordnung.

Immobilien Heute Redaktion 21 Min. Lesezeit
Übersicht der drei Matera-Verwaltungsmodelle und Leistungspakete auf der offiziellen Angebotsseite

Wer sich nach Erfahrungen mit der Matera Hausverwaltung erkundigt, findet ein gespaltenes Bild: Auf der einen Seite loben Eigentümer die transparente Online-Plattform und spürbare Kosteneinsparungen, auf der anderen Seite beschweren sich Kunden auf Bewertungsportalen über schlechte Erreichbarkeit und verspätete Abrechnungen. Matera Deutschland verbindet eine digitale Verwaltungsplattform mit einem eigenen Expertenteam und bietet drei Modelle an: Selbstverwaltung mit Software-Unterstützung, Fernverwaltung und Vollverwaltung. Dieser Check ordnet ein, was Matera tatsächlich leistet, wie die Preise aufgestellt sind und wie echte Kundenerfahrungen ausfallen – sachlich, ohne Kaufempfehlung und mit Stand Juli 2026.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Matera ist weder reine Software noch klassische Verwaltung, sondern kombiniert eine Online-Plattform mit einem Team von über 70 WEG-Experten; nach Anbieterangaben werden bereits mehr als 10.000 Wohneinheiten verwaltet.
  • Drei Modelle stehen zur Wahl: Selbstverwaltung (ein Eigentümer bleibt Verwalter), Fernverwaltung (alle Aufgaben digital) und Vollverwaltung (regionaler Verwalter vor Ort, nur in ausgewählten Städten).
  • Festpreise veröffentlicht Matera nicht; die Kosten gibt es nur als individuelles Angebot (Stand Juli 2026).
  • Die Bewertungslage ist gemischt: 4,4 von 5 Sternen bei über 100 Google-Bewertungen steht ein deutlich niedrigerer Trustpilot-Score gegenüber, zuletzt rund 3,8 bei mehr als 1.400 Bewertungen.
  • Wiederkehrende Kritikpunkte sind Erreichbarkeit und Reaktionszeiten sowie die Umstellungsphase auf das Online-Portal.

Was ist Matera Hausverwaltung wirklich?

Matera tritt auf dem deutschen Markt als hybrider Anbieter auf: Das Unternehmen stellt eine Online-Plattform bereit, über die Eigentümer die Verwaltung ihrer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) in Echtzeit einsehen können – von Kontobewegungen über Verträge bis zu Dokumenten. Dahinter steht nach Anbieterangaben ein Team von über 70 Spezialisten aus den Bereichen Verwaltung, WEG-Recht, Bau und Buchhaltung. Die eingesetzten Hausverwalter sind nach § 26a WEG zertifiziert und haben die entsprechende IHK-Prüfung abgelegt. Mehr als 10.000 Wohneinheiten befinden sich nach eigenen Angaben bereits in der Verwaltung.

Damit adressiert Matera einen strukturellen Engpass der Branche: Viele Eigentümergemeinschaften finden keinen Verwalter mehr oder verlieren ihren bisherigen. Ein Beitrag von Capital beschreibt, warum WEGs ihre Hausverwalter verlieren und welche Lücke dabei entsteht. Matera positioniert sich mit seinen drei Modellen zwischen den Polen „alles selbst machen“ und „klassischer Verwalter vor Ort“. Zur Frage, ob Matera seriös ist, lassen sich zwei belastbare Anker nennen: die gesetzlich vorgesehene Verwalter-Zertifizierung und die Größenordnung des verwalteten Bestands. Wie zufrieden die Kunden im Alltag sind, ist eine separate Frage – sie wird weiter unten differenziert beantwortet.

Die drei Verwaltungsmodelle von Matera im Vergleich

Matera führt in seinem Angebot zur WEG-Verwaltung drei Pakete, die sich vor allem darin unterscheiden, wer formal die Verwalterrolle übernimmt und wie viel physische Präsenz vor Ort enthalten ist. Die folgende Tabelle stellt die zentralen Leistungen gegenüber (Stand Juli 2026, Quelle: Angebotsseiten des Anbieters):

LeistungVollverwaltung („Rundum-sorglos“)FernverwaltungSelbstverwaltung
Wer ist Verwalter?Matera (regionaler Verwalter vor Ort)Matera (zertifizierter Verwalter, digital tätig)Ein Eigentümer bleibt Verwalter, Matera unterstützt
Buchhaltung & JahresabrechnungÜbernahme durch MateraÜbernahme durch MateraEigentümer, unterstützt durch Portal und WEG-Experten
WEG-Konto & FinanzenEchtzeit-Einsicht über Online-PortalEchtzeit-Einsicht über Online-PortalEchtzeit-Einsicht über Online-Portal
EigentümerversammlungOrganisation durch den VerwalterHybride oder Online-Versammlung, mindestens einmal jährlich per VideoEigentümer organisiert, Portal unterstützt
BeschlusssammlungFührung durch Matera, digital einsehbarFührung durch Matera, digital einsehbarEigentümer-Verwalter, digital im Portal
HandwerkerkoordinationKomplett: Ausschreibung, Angebotsvergleich, Abnahme vor OrtSuche und Koordination digital; Zutritt vor Ort organisieren die EigentümerEigentümer koordinieren, Experten beraten
Jährliche BegehungDurch den VerwalterDurch Beirat oder Eigentümer anhand einer ChecklisteDurch den Eigentümer-Verwalter
Instandhaltungsrücklage & WirtschaftsplanErstellung durch Matera, transparent im PortalErstellung durch Matera, transparent im PortalEigentümer mit Unterstützung der Experten
Erreichbarkeit / ReaktionszeitDirektdurchwahl zum Verwalter, Antwort binnen 48 StundenErreichbar 9–17 Uhr, Antwort binnen 48 StundenExpertenantwort binnen 24 Stunden bei Fachfragen
VermögensschadenhaftpflichtInklusiveInklusiveInklusive (laut Matera automatischer Schutz)
VerfügbarkeitAusgewählte StädteStandortunabhängig (digital)Standortunabhängig (digital)

Der entscheidende Unterschied liegt in der Präsenz: Nur die Vollverwaltung umfasst eine jährliche Begehung durch den Verwalter, die Abnahme von Schäden und Reparaturen vor Ort sowie eine Direktdurchwahl zum zuständigen Verwalter. Dieses Modell ist nach Anbieterangaben nur in ausgewählten Städten verfügbar, darunter in Großstädten wie Berlin, Hamburg und München; Standortseiten unterhält Matera für eine Reihe weiterer Städte, etwa Bochum. Fernverwaltung und Selbstverwaltung funktionieren dagegen standortunabhängig, weil alle Prozesse digital ablaufen. Für Gemeinschaften außerhalb der genannten Städte reduziert sich die Auswahl damit faktisch auf zwei Modelle. Die Kernfrage lautet dann: Soll ein Eigentümer die Verwalterrolle selbst behalten und nur Werkzeuge sowie Fachberatung nutzen – oder soll Matera die Verwaltung vollständig, aber eben digital und ohne Begehung vor Ort übernehmen?

Infografik: Die drei Verwaltungsmodelle von Matera im Vergleich Leistung: Wer ist Verwalter? | Vollverwaltung („Rundum-sorglos"): Ma...

Leistungen im Detail – was die Modelle konkret unterscheidet

Die Tabelle zeigt die Struktur. Für eine Entscheidung lohnt der Blick auf die praktischen Konsequenzen je Modell.

Vollverwaltung (Rundum-sorglos)

Die Vollverwaltung kommt der klassischen Hausverwaltung am nächsten: Ein regionaler, nach § 26a WEG zertifizierter Verwalter übernimmt alle Aufgaben und ist über eine Direktdurchwahl erreichbar. Er führt die jährliche Begehung durch, nimmt Schäden und Reparaturen vor Ort ab und steuert Ausschreibung sowie Angebotsvergleich bei Dienstleistern über ein lokales Handwerkernetzwerk. Buchhaltung, Jahresabrechnung, Wirtschaftsplan und Beschlusssammlung laufen über Matera, alle Dokumente und Finanzbewegungen sind für die Eigentümer im Kundenportal transparent. Matera verspricht Antworten binnen 48 Stunden. Wie die Handwerkerkoordination in einem komplexen Fall aussehen kann, dokumentiert der Anbieter in einer eigenen Fallstudie zu einer Dachsanierung. Es handelt sich um eine Anbieterquelle: Als Praxiseinblick ist sie lesenswert, ersetzt aber keine unabhängige Referenzprüfung. Die Einschränkung: Das Angebot steht nur in den genannten Städten zur Verfügung.

Fernverwaltung

Bei der Fernverwaltung übernimmt ein persönlicher Objektbetreuer alle Verwaltungsaufgaben digital: Organisation hybrider oder reiner Online-Eigentümerversammlungen (mindestens einmal jährlich per Video), Handwerkersuche zur Umsetzung von Beschlüssen, Erstellung des Wirtschaftsplans, Buchhaltung und Abrechnung. Erreichbar ist das Team nach Anbieterangaben werktags von 9 bis 17 Uhr, zugesagt werden Antworten binnen 48 Stunden. Zwei Abstriche muss die Gemeinschaft bewusst in Kauf nehmen: Es gibt keine jährliche Begehung durch den Verwalter – diese übernehmen Beirat oder Eigentümer anhand einer Checkliste – und Handwerkern müssen die Eigentümer selbst Zutritt zur Wohnung oder zum Objekt verschaffen.

Selbstverwaltung

Bei der Selbstverwaltung mit Matera bleibt ein Eigentümer der Gemeinschaft formal der bestellte Verwalter. Matera liefert dazu das Online-Portal, über das sich Ein- und Auszahlungen der WEG in Echtzeit einsehen und Eigentümerversammlungen organisieren lassen, sowie Fachberatung durch die WEG-Experten – laut Anbieter binnen 24 Stunden. Eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist nach Matera-Angaben automatisch enthalten. Mit diesem Paket wirbt der Anbieter um diejenigen Gemeinschaften, die die Kontrolle behalten wollen, aber nicht auf fachliche Rückendeckung verzichten möchten. Wer dagegen ohne Verwalterrolle nur ein digitales Werkzeug für die Abrechnung sucht, kann ergänzend einen Vergleich von Software für die Nebenkostenabrechnung heranziehen.

Was kostet Matera? Preismodelle Stand Juli 2026

Festpreise finden sich auf den Matera-Angebotsseiten nicht: Für alle drei Modelle verweist der Anbieter auf ein kostenloses Erstgespräch, aus dem ein individuelles Angebot folgt. Die Höhe des Entgelts hängt in der Regel vom gewählten Modell, der Anzahl der Einheiten, der Region und dem Zustand des Objekts ab – etwa davon, wie viel Modernisierungs- und Abstimmungsbedarf in der Gemeinschaft ansteht. Wer konkrete Zahlen vergleichen will, muss also ein Angebot anfordern.

Die einzige öffentlich genannte Kennzahl stammt von der Selbstverwaltungsseite: Matera wirbt dort mit einer Kostenersparnis von bis zu 30 Prozent gegenüber einer klassischen Verwaltung. Das ist eine Eigenangabe des Anbieters, die sich nicht unabhängig überprüfen lässt – sie sollte daher als Marketingwert und nicht als gesicherte Benchmark gelesen werden. Praktisch sinnvoll ist ein dreistufiges Vorgehen: Angebot einholen, den enthaltenen Leistungskatalog Punkt für Punkt mit den bisherigen Verwalterkosten vergleichen und Vertragslaufzeiten sowie Zusatzgebühren (etwa für Versammlungen oder Baubegleitung) vor Unterzeichnung klären. Referenzgemeinschaften vergleichbarer Größe können im Erstgespräch erfragt werden. Welche Auswahlkriterien bei der Suche nach dem passenden Verwaltungsdienstleister generell helfen, erläutert ein Leitfaden von Kapital Immo.

Erfahrungen mit der Matera Hausverwaltung: Was Kunden positiv hervorheben

Matera nennt auf seiner Website eine Bewertung von 4,4 von 5 Sternen bei über 100 Google-Bewertungen und dokumentiert dort auch Kundenberichte mit Namen und Objektgrößen. Georg W., Eigentümer und Beirat einer WEG mit 42 Einheiten, urteilt: „Wir haben eine sehr gute Hausverwaltung.“ Ein weiterer Kunde berichtet, seine Gemeinschaft habe seit der Umstellung mehrere tausend Euro an Kosten gespart. Diese Angaben stammen aus einer kuratierten Anbieterquelle – es sind echte, namentlich zugeordnete Stimmen, aber keine Zufallsstichprobe.

Drei positive Muster kehren auch in unabhängigen Bewertungen wieder:

  • Transparenz: Die Echtzeit-Einsicht in Kontobewegungen, Verträge und Dokumente über das Online-Portal wird regelmäßig als Fortschritt gegenüber früheren Verwaltern genannt.
  • Erstberatung: Selbst kritische Nutzer bescheinigen eine faire Beratung. Ein Trustpilot-Rezensent schreibt, er habe sich von einem Matera-Berater „sehr gut beraten“ gefühlt – obwohl im Gespräch klar wurde, dass das Angebot für seine Umstände nicht passte.
  • Onboarding: Die Unterstützung beim Wechsel und bei der Einrichtung des Portals wird in positiven Rezensionen häufig erwähnt.
Kundenerfahrungen und Bewertungsübersicht auf der offiziellen Matera-Erfahrungsseite

Kritikpunkte: Was in Bewertungen zu Matera wiederkehrt

Die unabhängige Bewertungslage ist deutlich nüchterner als die Anbieterdarstellung. Auf Trustpilot lag Materas TrustScore zuletzt bei rund 3,8 („Gut“) – bei mehr als 1.400 Bewertungen, von denen ein Großteil in den vergangenen zwölf Monaten entstanden ist. Die Stichprobe ist damit erheblich größer als die Google-Bewertungen, auf die der Anbieter verweist. Drei Kritikfelder ziehen sich durch die negativen Rezensionen:

Erreichbarkeit und Reaktionszeiten. Zahlreiche 1-Stern-Bewertungen tragen Titel wie „Totalausfall“, „Absolute Katastrophe“ oder „Schlimmer geht nimmer“. Beschwert werden nicht erreichbare Ansprechpartner, lange Wartezeiten und verspätete Jahresabrechnungen – in einem Fall wartet ein Rezensent eigenen Angaben zufolge seit Monaten auf eine Klärung. Das steht im Widerspruch zum beworbenen Versprechen, binnen 24 bis 48 Stunden zu antworten. Matera reagiert auf diese Kritik mit der Angabe, über 90 Prozent der Anfragen würden innerhalb von 48 Stunden beantwortet – ebenfalls eine Eigenangabe, die sich aus den Rezensionen so nicht bestätigen lässt.

Umstellungsphase und digitale Umsetzung. Mehrere Nutzer beschreiben Einarbeitungsaufwand und technische Reibung: „Die Personen sind sehr bemüht, aber die digitale Umsetzung des Konzeptes ist völlig unzureichend. App und Browseranwendung stimmen nicht überein“, heißt es in einer Trustpilot-Rezension. Andere bemängeln schwer auffindbare Unterlagen im Portal oder Formulierungen, die „schlecht aus dem Französischen übersetzt“ wirken. Wer zu Matera wechselt, sollte für die ersten Monate Lern- und Abstimmungszeit einplanen.

Grenzen der Fernverwaltung. Ein Teil der Enttäuschung speist sich aus falschen Erwartungen ans Modell: Es gibt keine physische Verwalterpräsenz, Handwerkern muss ein Eigentümer die Tür öffnen, und die jährliche Begehung liegt beim Beirat oder den Eigentümern selbst. Wer das vor Vertragsabschluss nicht berücksichtigt, erlebt die Leistung später als Mangel. Vereinzelt klagen Kunden zudem über wechselnde oder als wenig erfahren beschriebene Ansprechpartner sowie über Buchhaltungsfehler in Einzelfällen.

Zur Einordnung der Diskrepanz zwischen Google (4,4) und Trustpilot (rund 3,8): Die Google-Stichprobe ist mit gut 100 Bewertungen klein, die Trustpilot-Stichprobe mit über 1.400 Bewertungen groß und wächst schnell. Zudem schreiben unzufriedene Kunden auf Bewertungsportalen erfahrungsgemäß eher als zufriedene. Beide Werte zusammen zeichnen ein realistisches Bild: ein funktionierendes Konzept mit spürbaren Kinderkrankheiten im Service. Entscheidend ist weniger der Durchschnittswert als das Muster der Beschwerden: Wer die genannten Kritikpunkte für seine Gemeinschaft als kritisch einstuft, sollte sie im Erstgespräch konkret ansprechen und sich die Antworten schriftlich bestätigen lassen.

Eine ergänzende Innensicht liefern die Arbeitgeberbewertungen: Auf Kununu liegen Bewertungen von Matera-Beschäftigten vor; dem zugehörigen Suchmaschinen-Snippet zufolge zeigt sich eine Mehrheit von ihnen zufrieden. Die Kununu-Seite selbst war zum Recherchezeitpunkt nicht vollständig abrufbar – diese Angabe beruht daher allein auf dem Snippet und ist entsprechend vorsichtig einzuordnen. Als grobe Tendenz passt sie jedoch zum übrigen Bild: ein grundsätzlich funktionierender, aber im Detail ausbaufähiger Servicebetrieb.

Für wen passt Matera – und für wen nicht?

Gut geeignet ist das Modell für:

  • Engagierte WEGs in Selbstverwaltung: Gemeinschaften, die die Verwalterrolle behalten wollen, erhalten mit Portal, Experten-Zugang und Vermögensschadenhaftpflicht eine abgesicherte Arbeitsgrundlage.
  • Kleine WEGs ohne Verwalter: Wo kein klassischer Verwalter gefunden wird oder die Kosten dafür überproportional wirken, schließt die Fernverwaltung die Lücke zu einem moderaten Entgelt.
  • Eigentümer mit Mietverwaltung im Bestand: Matera bietet neben der WEG-Verwaltung auch Mietverwaltung beziehungsweise Sondereigentumsverwaltung an; wer beides bündeln will, kann es aus einer Hand beziehen.

Weniger geeignet ist Matera für:

  • Sanierungsintensive Objekte: Bei laufenden Baumaßnahmen mit häufigen Abnahmen vor Ort stößt die Fernverwaltung ohne Begehung an ihre Grenzen; die Vollverwaltung mit Präsenz gibt es nur in ausgewählten Städten.
  • Große gemischte Bestände: Komplexe Liegenschaften mit Gewerbeeinheiten und heterogenen Nutzungsstrukturen verlangen spezialisierte Verwaltungsorganisation, auf die das standardisierte Modell nicht ausgelegt ist.
  • Gemeinschaften mit Präsenz-Anspruch: Wenn die Eigentümer einen persönlich bekannten Verwalter vor Ort als Voraussetzung sehen, ist außerhalb der Vollverwaltungs-Städte kein passendes Matera-Modell verfügbar.

Fallstricke beim Wechsel zu Matera

Beschluss zur Verwalterbestellung. Für Fern- und Vollverwaltung muss die Gemeinschaft Matera formell zum Verwalter bestellen – per Mehrheitsbeschluss in der Eigentümerversammlung nach § 26 WEG, für maximal fünf Jahre. Ohne diesen Beschluss startet nichts. Bei der Selbstverwaltung bleibt dagegen ein Eigentümer der bestellte Verwalter; gegebenenfalls muss die Gemeinschaft zunächst einen solchen bestellen.

Trennung von Abberufung und Vertrag. Der bisherige Verwalter kann per Beschluss abberufen werden – das allein beendet aber nicht automatisch den Verwaltervertrag. Dieser läuft mit eigenen Kündigungsfristen weiter und muss separat gekündigt werden. Wer beide Ebenen verwechselt, zahlt im Zweifel doppelt.

Unterlagenübergabe. Die häufigste Reibungsstelle beim Verwalterwechsel ist die Übergabe: Beschlusssammlung, Wirtschaftspläne, Gesamt- und Einzelabrechnungen, Kontounterlagen, laufende Verträge und Schlüssel müssen vollständig wechseln. Eine schriftliche Übergabeliste mit gesetzter Frist verhindert, dass die neue Verwaltung auf unvollständigem Datenstand startet – gerade bei einer digital arbeitenden Verwaltung ist ein sauberer Anfangsbestand entscheidend. Zugleich ist die vollständige Übergabe die Basis dafür, dass spätere Abrechnungen ohne Lücken erstellt werden können.

Haftung bei der Selbstverwaltung. Wer sich für das Selbstverwaltungs-Modell entscheidet, sollte die rechtliche Konsequenz kennen: Der bestellte Eigentümer-Verwalter trägt die Verantwortung für eine ordnungsgemäße Verwaltung – von der fristgerechten Abrechnung bis zur Umsetzung gefasster Beschlüsse. Die von Matera beworbene Vermögensschadenhaftpflicht mildert finanzielle Risiken ab, entbindet den Verwalter aber nicht von seinen Sorgfaltspflichten. Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung; bei komplexen Gemengelagen lohnt die Prüfung durch einen Fachanwalt für WEG-Recht.

Die Stärken von Matera liegen in der Finanztransparenz, den digitalen Prozessen und den wählbaren Leistungstiefen; die dokumentierten Schwächen liegen in der Erreichbarkeit und der Einarbeitungsphase. Ob das Modell für eine Gemeinschaft trägt, entscheidet sich weniger am Anbieterversprechen als an drei konkreten Fragen: Welches Modell passt zum Objekt, wie viel Eigeninitiative ist vorhanden – und was steht im individuellen Angebot.

FAQ zu Matera Hausverwaltung

Ist Matera seriös?

Mehrere belastbare Indikatoren sprechen für einen regulär arbeitenden Anbieter: Die eingesetzten Verwalter sind nach § 26a WEG zertifiziert und IHK-geprüft, nach eigenen Angaben betreut Matera über 10.000 Wohneinheiten, und eine Vermögensschadenhaftpflicht ist laut Anbieter in allen drei Modellen eingeschlossen. Zudem existiert eine große, öffentlich einsehbare Bewertungsbasis auf Trustpilot und Google. „Seriös“ bedeutet allerdings nicht „fehlerfrei“: Die dokumentierten Beschwerden zu Erreichbarkeit und Abrechnungstempo sind real. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die zugesagten Reaktionszeiten und Leistungen vertraglich fixieren lassen und im Erstgespräch gezielt nach Referenzgemeinschaften fragen.

Was kostet die Matera Hausverwaltung?

Matera veröffentlicht keine Festpreise (Stand Juli 2026). Die Kosten hängen vom Modell, der Einheitenzahl, der Region und dem Objektzustand ab und werden als individuelles Angebot nach einem kostenlosen Erstgespräch erstellt. Die einzige öffentliche Kennzahl ist eine vom Anbieter genannte Ersparnis von bis zu 30 Prozent bei der Selbstverwaltung – eine nicht unabhängig geprüfte Eigenangabe.

Was unterscheidet Matera von einer klassischen Hausverwaltung?

Eine klassische Hausverwaltung arbeitet standortgebunden mit persönlicher Präsenz. Matera kombiniert eine Online-Plattform mit einem zentralen Expertenteam und lässt die Wahl zwischen drei Modellen: Selbstverwaltung mit Software-Unterstützung, digitale Fernverwaltung ohne Begehung vor Ort und Vollverwaltung mit regionalem Verwalter in ausgewählten Städten. Finanzen und Dokumente sind bei allen Modellen in Echtzeit im Portal einsehbar.

Wie funktioniert der Wechsel zu Matera?

Nach dem Erstgespräch und Angebot beschließt die Eigentümerversammlung die Verwalterbestellung mit Mehrheit. Parallel muss der bisherige Verwaltervertrag fristgerecht gekündigt werden; die Abberufung allein genügt nicht. Anschließend erfolgt die Unterlagenübergabe vom alten zum neuen Verwalter – idealerweise mit schriftlicher Liste und Frist – bevor das Onboarding im Online-Portal startet. Für die Einarbeitung in Portal und Abläufe sollten die ersten Wochen eingeplant werden.

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