Haufe PowerHaus im Test: Funktionen, Zielgruppe und Kosten
Haufe PowerHaus im Test: Funktionen, Varianten, Preismodell (Stand Juli 2026) und Zielgruppen – neutral eingeordnet, inklusive Schwächen und Alternativen.

Haufe PowerHaus gehört zu den etablierten ERP-Systemen für die Immobilienverwaltung in Deutschland und wird inzwischen unter dem Dach der Aareon-Gruppe geführt. Dieser Test ordnet ein, was die Software leistet, welche Varianten es gibt, wie das Preismodell aufgebaut ist (Stand Juli 2026) und für welche Verwaltungen sich der Einsatz lohnt – inklusive der Schwächen, die Anbieterseiten gern aussparen.
Das Wichtigste in Kürze
- Haufe PowerHaus ist eine ERP-Software der Aareon-Gruppe (Marke Haufe Real Estate) für WEG-, Miet- und Gewerbeverwaltung.
- Es gibt zwei Varianten: die Vollversion in den Paketen Business, Professional und Enterprise sowie PowerHaus smart als Kompaktlösung für Klein- und Kleinstverwaltungen (seit September 2023).
- Ein eigenes Eigentümer- und Mieterportal bringt PowerHaus nicht mit; die Anbindung an casavi (Premium-Partner seit Januar 2018) schließt diese Lücke.
- Öffentliche Listenpreise gibt es nicht; Angebote erstellt Aareon nur auf Anfrage.
- Geeignet ist die Software für kleine bis mittlere Verwaltungen; Großverwaltungen und Wohnungsunternehmen prüfen eher die Aareon-ERP-Systeme für die Wohnungswirtschaft.
Was ist Haufe PowerHaus?
PowerHaus ist die Verwaltersoftware der Marke Haufe Real Estate, die zur Aareon-Gruppe gehört. Aareon bündelt das Produkt im Bereich IMMOmanagement und richtet es an professionelle Hausverwaltungen, die WEG-, Miet- und Gewerbeimmobilien sowie Sondereigentum betreuen. Kernversprechen sind eine zentrale Steuerung aller Verwaltungsprozesse, eine GoBD-konforme Buchführung und transparente Abrechnungen gegenüber Eigentümern und Mietern. Workflows decken laut Anbieter die Strecke von der Objekt- bis zur Terminverwaltung ab. Damit positioniert sich PowerHaus als vollwertiges ERP für die Hausverwaltung und weniger als schlanke App für Gelegenheitsverwalter.
Vollversion vs. PowerHaus smart im Vergleich
Seit September 2023 vertreibt Haufe Real Estate mit PowerHaus smart eine zweite, schlankere Variante. Die Kompaktlösung zielt auf Klein- und Kleinstverwaltungen und konzentriert sich bewusst auf buchhalterische Kernprozesse – etwa das schnelle Erstellen einer Einnahmen-Überschussrechnung. Der Anbieter positioniert smart als Einstieg, der mit der Verwaltung wachsen soll. Die klassische Vollversion bleibt das volle ERP mit dem kompletten Abrechnungs- und Verwaltungsumfang und wird in drei Ausbaustufen angeboten.
| Kriterium | Vollversion | PowerHaus smart |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Professionelle kleine bis große Verwaltungen | Klein- und Kleinstverwaltungen, Einsteiger |
| Funktionsumfang | Volles ERP: Verwaltung, Buchhaltung, Abrechnungen, Reports | Kernfunktionen rund um die Buchhaltung |
| Abrechnungen | Hausgeld-, Betriebs- und Heizkostenabrechnung, Wirtschaftsplan | Einnahmen-Überschussrechnung im Fokus |
| Paketstruktur | Drei Ausbaustufen: Business, Professional, Enterprise | Eine Kompaktlösung |
| Erweiterbarkeit | Zusatzmodule, KIAAN-KI-Module, Partnerlösungen wie casavi | Bewusst begrenzt, Fokus auf schnellen Start |
| Marktpräsenz | Seit Jahren am Markt etabliert | Seit September 2023 |
Wer wenige Einheiten betreut und vor allem die Buchhaltung professionalisieren will, trifft mit smart die passendere Wahl. Wer WEG-Abrechnungen, Wirtschaftspläne und Bankanbindung in einem System braucht, landet bei der Vollversion.

Kernfunktionen im Überblick
Den Funktionsumfang der Vollversion listet Aareon auf seiner Paketseite transparent auf. Die wichtigsten Bausteine:
- Miet- und WEG-Verwaltung: Stammdaten, Einheiten, Eigentümer und Verträge in einem System, inklusive Miet- und Zinsverwaltung samt Indexmiete.
- Buchhaltung: GoBD-konforme Buchführung mit DATEV- und GDPdU-Export für den Steuerberater.
- Abrechnungen: Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan für WEGs, Betriebs- und Heizkostenabrechnung für Mietobjekte (Pro-Variante).
- Zahlungsverkehr: Anbindung per FinTS und EBICS, Kontoauszugsimport über camt.53, MT940 und ELKO; Zahlungsein- und -ausgänge lassen sich direkt im System verbuchen.
- Mahnwesen: Offene Posten und Zahlungsrückstände laufen über die integrierte Vorgangsbearbeitung.
- Belegwesen: Digitale Belegerfassung oder das Rechnungseingangsbuch Pro.
- Auswertungen: Report Pro für individuelle Berichte, dazu eine Leistungsberechnung.
- Arbeitsorganisation: Outlook-Anbindung, Termin- und Vorgangsverwaltung sowie CRM-Funktionen für die Kommunikation mit Kunden.
Über diesen Kern hinaus lassen sich Zusatzmodule und Partnerlösungen anbinden. Aareon verweist hier auf ein Partnernetzwerk, zu dem unter anderem casavi gehört – dazu später mehr.
Pakete und Preismodell (Stand Juli 2026)
Aareon vertreibt die PowerHaus-Vollversion inzwischen in drei Paketen statt in Einzelbausteinen. Alle Pakete enthalten das PowerHaus ERP mit Miet- und WEG-Verwaltung sowie die integrierten Bankkonten BK01 (Kooperation mit der Aareal Bank). Die Unterschiede stecken vor allem in den KI-Zusatzmodulen:
- Business: PowerHaus ERP inklusive KIAAN Agent.
- Professional: zusätzlich KIAAN Agent Pro, KIAAN DMS Pro und MeterCollect für die Zählerdatenerfassung.
- Enterprise: die Max-Ausprägungen von KIAAN Agent und KIAAN DMS sowie MeterCollect.
Was ein Paket kostet, veröffentlicht Aareon nicht. Es gibt keinen öffentlichen Preis pro Einheit und keine Preisliste; Interessenten fordern über ein Beratungsgespräch ein individuelles Angebot an. Ob hinter den Paketen ein Lizenz- oder ein Abomodell steht und wie genau nach Einheiten gestaffelt wird, kommuniziert der Anbieter öffentlich ebenfalls nicht. Der Preis für Haufe PowerHaus hängt damit von Paket, Bestandsgröße und gewählten Zusatzmodulen ab. Auch Kosten für Einführung, Schulung und Support – Aareon bietet Webinare und Trainings an – werden nicht pauschal ausgewiesen und gehören ins Angebotsgespräch. Diese Preisintransparenz ist in der Branche üblich, erschwert aber den Software-Vergleich.
Einordnung, ausdrücklich getrennt von PowerHaus: Das Schwesterprodukt Haufe X360, ein ERP für Dienstleistung, Handel und Produktion, kommuniziert nutzerbasierte Preise pro Nutzer und Monat zuzüglich eines Mindestbuchungsbetrags. Diese Konditionen lassen sich nicht auf PowerHaus übertragen. Sie zeigen lediglich, dass Haufe- und Aareon-Produkte überwiegend mit wiederkehrenden, nutzer- oder leistungsbezogenen Modellen arbeiten.
Anbindung an casavi: die fehlende Portal-Lösung
Ein vollwertiges Eigentümer- und Mieterportal gehört nicht zum Lieferumfang von PowerHaus. Wer Bewohnern digitale Dokumentenablage, Mitteilungen oder ein Ticketsystem bieten will, braucht ein Zusatzprodukt. Genau hier setzt die Partnerschaft von Haufe PowerHaus und casavi an: Seit Januar 2018 ist der Portal-Anbieter Premium-Partner im Haufe-Partnernetzwerk.
Die Schnittstelle überträgt Liegenschaften, Einheiten sowie Eigentümer- und Mieterdaten automatisiert zwischen beiden Systemen; die Pflege der Daten erfolgt dadurch nur an einer Stelle. casavi ergänzt PowerHaus um ein Cloud-Serviceportal mit App für Bewohner, digitaler Dokumentenbereitstellung und einem Ticketsystem für die Teamarbeit und die Koordination von Handwerkerterminen.
Für Verwaltungen heißt das: Das Portal ist lösbar, aber nicht eingerechnet. Zusatzlizenz, zweites System und die Abhängigkeit von einem weiteren Anbieter gehören bei der Kostenplanung mit auf die Rechnung.

Für wen eignet sich PowerHaus?
Die Zielgruppenpassung fällt klar aus:
- Selbstverwalter: nicht geeignet. Wer eine eigene WEG mit wenigen Einheiten betreut, ist mit schlanken WEG-Tools wie Matera besser bedient; PowerHaus ist auf professionelle Verwaltungsprozesse ausgelegt.
- Kleine bis mittlere Verwaltungen: gut geeignet. smart deckt den Einstieg ab, die Vollversion wächst über die Paketstufen mit.
- Großverwaltungen: mit Einschränkung. Die Vollversion entfaltet ihren Nutzen vor allem, wenn mehrere hundert Einheiten mit professionellen Prozessen verwaltet werden; sehr große Bestände und Wohnungsunternehmen adressiert Aareon eher mit seinen eigenen ERP-Systemen für die Wohnungswirtschaft.
Neben der Einheitenanzahl zählt vor allem, ob Buchhaltung, Abrechnung und Bankverkehr dauerhaft in einem System zusammenlaufen sollen.
Stärken und Schwächen im Test
Aus Funktionsumfang und Anbieterinformationen ergibt sich folgendes Bild:
Stärken
- Funktionstiefe bei Buchhaltung und Abrechnung, GoBD-konform und mit DATEV-Export
- Integrierter Zahlungsverkehr über FinTS/EBICS inklusive Kontoauszugsimport
- Paketstruktur mit klar abgegrenzten Leistungsrahmen und KI-Modulen (KIAAN)
- Erweiterbarkeit über ein Partnernetzwerk, etwa die casavi-Anbindung
- Mit smart eine echte Einstiegsvariante für kleine Verwaltungen
Schwächen
- Die Bedienoberfläche wirkt gegenüber jüngeren Cloud-Lösungen weniger modern; Einarbeitungszeit einplanen
- Die Cloud-Fähigkeit der Vollversion kommuniziert Aareon nicht durchgängig klar – ein Punkt für das Beratungsgespräch
- Der Wechsel aus einem Altsystem bedeutet Migrationsaufwand; die Datenübernahme ist ein eigenes Teilprojekt mit entsprechendem Aufwand
- Das fehlende eigene Portal erzwingt Zusatzprodukte wie casavi – mit Folgekosten und Anbieterabhängigkeit
- Keine öffentlichen Preise: Ohne Angebot bleibt der Kostenvergleich mit Alternativen wie immocloud schwierig
Häufige Fragen zu Haufe PowerHaus
Was kostet Haufe PowerHaus?
Es gibt keinen öffentlichen Listenpreis. Aareon erstellt Angebote nur auf Anfrage, kalkuliert nach Paket (Business, Professional, Enterprise), Bestandsgröße und Zusatzmodulen. Auch Einführung, Schulung und Support fließen individuell ins Angebot. Stand: Juli 2026.
Was ist der Unterschied zwischen PowerHaus und PowerHaus smart?
PowerHaus smart ist die Kompaktlösung für Klein- und Kleinstverwaltungen und seit September 2023 am Markt. Sie konzentriert sich auf buchhalterische Kernprozesse wie die Einnahmen-Überschussrechnung. Die Vollversion ist das volle ERP mit WEG- und Mietverwaltung, sämtlichen Abrechnungsarten, Bankanbindung und den Paketstufen Business, Professional und Enterprise.
Wie funktioniert die Datenübernahme beim Wechsel zu PowerHaus?
Aareon begleitet den Umstieg im Rahmen von Beratung und Einführung. Wie aufwendig die Migration ausfällt, hängt vom bisherigen System und der Datenqualität ab. Öffentlich dokumentierte Standard-Werkzeuge für einen automatischen Import gibt es nicht; Umfang und Kosten der Datenübernahme klären Verwaltungen am besten früh im Angebotsgespräch.
Dieser Test wird aktualisiert, sobald Aareon Paket- oder Preisdetails öffentlich macht. Bis dahin bleibt das Beratungsgespräch der verlässlichste Weg, um Kosten, Cloud-Optionen und Migrationsumfang für den eigenen Bestand verbindlich zu beziffern.
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